Aufbau & Gliederung
Welche Teile die Rede trägt — und in welcher Reihenfolge.
Die Anleitung
Vor Ihnen sitzt — oder steht gleich — ein junger Mensch von etwa vierzehn Jahren, der gerade einen großen Schritt macht. Die Konfirmation markiert den Übergang Richtung Erwachsensein, und Sie sollen die Worte dazu finden. Das ist kein Talent, das man hat oder nicht hat. Es ist Handwerk, und Handwerk lässt sich lernen. Diese Anleitung führt Sie in sechs Schritten vom leeren Blatt zur Rede, die Sie am Konfirmationstag wirklich halten möchten.
Die meisten Reden scheitern nicht am Formulieren, sondern am leeren Kopf. Deshalb beginnen Sie nicht mit dem ersten Satz, sondern mit einer Sammlung. Nehmen Sie einen Zettel und schreiben Sie ungeordnet auf, was Ihnen zu diesem jungen Menschen einfällt:
Sammeln Sie mehr, als Sie brauchen. Aus zwanzig Notizen lässt sich eine gute Rede bauen, aus drei nicht. Wichtig ist nur eine Regel: keine hohlen Phrasen. „Du bist ja schon so groß geworden" sagt nichts aus — die konkrete Erinnerung an den Tag, an dem er allein mit dem Zug zur Oma fuhr, sehr wohl.
Bevor Sie weiterschreiben, klären Sie für sich, in welchem Ton Sie sprechen wollen. Bei der Konfirmation gilt: warmherzig, ehrlich und auf Augenhöhe. Ihr Gegenüber ist kein kleines Kind mehr — und genau so sollte die Rede klingen. Vermeiden Sie zwei Fallen: das übertriebene Kirchen-Pathos, das wie eine zweite Predigt klingt, und die Anbiederung an Jugendsprache, die fast immer aufgesetzt wirkt. Sprechen Sie so, wie Sie wirklich reden — nur ein wenig sorgfältiger.
Jetzt sortieren Sie Ihre Notizen in eine Reihenfolge. Eine bewährte Gliederung für die Konfirmationsrede sieht so aus:
Ausführlich erklärt finden Sie das im Ratgeber zum Aufbau der Konfirmationsrede.
Jetzt schreiben Sie tatsächlich. Und zwar zügig, ohne zu feilen. Ziel des ersten Durchgangs ist nicht die perfekte Formulierung, sondern eine vollständige Rohfassung. Schreiben Sie, wie Sie sprechen: kurze Sätze, normale Wörter. Was sich beim Schreiben gestelzt anfühlt, klingt beim Vortrag noch steifer. Beginnen Sie ruhig mit dem mittleren Teil, wenn der Einstieg noch nicht sitzt — die ersten Sätze fallen oft erst ein, wenn der Rest steht. Tipps dazu im Ratgeber zum richtigen Einstieg.
Die zweite Fassung entsteht durch Streichen. Lesen Sie die Rohfassung laut vor — laut, nicht im Kopf. Sie hören sofort, wo es hakt, wo ein Satz zu lang ist, wo eine Stelle peinlich wird. Achten Sie besonders auf alles, was den jungen Menschen vor versammelter Gesellschaft bloßstellen könnte. Eine Geschichte, die in der Familie lustig ist, kann vor dreißig Gästen eine Demütigung sein. Im Zweifel streichen. Prüfen Sie auch die Länge: Bei der Konfirmation ist kürzer fast immer besser.
Eine Rede, die Sie zum ersten Mal beim Festakt vorlesen, klingt wie vorgelesen. Lesen Sie sie vorher zwei- oder dreimal laut. Markieren Sie sich Stellen, an denen Sie eine Pause machen wollen. Sie müssen nicht frei sprechen — ein gut vorbereiteter Vortrag vom Blatt ist völlig in Ordnung. Sie sollten nur nicht das erste Mal an den schwierigen Stellen hängen bleiben.
Manchmal ist das Sammeln voll, aber die Formulierung will nicht kommen. Genau dafür gibt es Mutworte: Sie geben Ihre Notizen, die Rolle (als Eltern, als Pate oder Patin, als Großeltern) und den gewünschten Ton an — und bekommen eine vollständige Rede, die Sie anschließend in Ruhe anpassen. Wie das fertige Ergebnis aussieht, zeigen die Beispielreden.
Sammlung steht, Worte fehlen?
Geben Sie Erinnerungen und den gewünschten Ton an — Mutworte formuliert daraus eine vollständige Konfirmationsrede, die Sie danach frei bearbeiten. Ab 4,90 €.
Einmalige Zahlung · Credits verfallen nicht · Sichere Abwicklung über Stripe
Weitere Ratgeber
Welche Teile die Rede trägt — und in welcher Reihenfolge.
Erste Sätze, die alle zum Zuhören bringen.
Den Konfirmationsspruch aufgreifen, ohne zu predigen.