Kondolenztext verfassen
Die Anleitung in fünf Schritten — von der Idee zum fertigen Text.
Worte der Anteilnahme
Es gibt keine perfekten Worte für einen Verlust — aber es gibt ehrliche. Wer einem trauernden Menschen begegnet, fürchtet oft, das Falsche zu sagen, und greift dann zu den Sätzen, die alle sagen. Dieser Ratgeber erklärt, warum manche gut gemeinten Worte eher verletzen, welche tatsächlich tragen — und woran das liegt.
Die meisten Trost-Floskeln wollen die Trauer wegnehmen — und genau darin liegt ihr Problem. „Die Zeit heilt alle Wunden" signalisiert ungewollt, dass die Trauer ein Ablaufdatum haben soll; sie setzt einen Trauernden unter den stillen Druck, bald wieder funktionieren zu müssen. „Er ist jetzt an einem besseren Ort" setzt eine religiöse oder spirituelle Weltanschauung voraus, die nicht jeder teilt — und kann wie eine Belehrung wirken. „Du musst jetzt stark sein" verlangt dem Trauernden eine Haltung ab, die ihm gerade unmöglich ist.
Solche Sätze sind nicht böse gemeint — im Gegenteil. Aber sie reden über die Trauer hinweg, statt sie anzuerkennen. Wer trauert, möchte selten getröstet im Sinne von „abgelenkt" werden. Er möchte gesehen werden.
Drei Prinzipien unterscheiden tragende Worte von leeren:
Je nach Nähe und Anlass tragen verschiedene Sätze. Die folgenden sind keine Bausteine zum Aneinanderreihen, sondern Beispiele, an denen Sie Ihren eigenen Ton finden:
Wie Sie aus solchen Sätzen einen vollständigen Text für Karte oder Brief formen, zeigt der Ratgeber Kondolenztext verfassen.
Manche Todesfälle verlangen eine noch behutsamere Wortwahl. Bei einem plötzlichen Tod ist der Schock groß — verzichten Sie auf jede Sinndeutung und bleiben Sie ganz beim Mitgefühl: „Diese Nachricht hat mich tief erschüttert. Ich bin in Gedanken bei euch." Bei einem Suizid sind Schuldfragen und Erklärungsversuche fehl am Platz; sprechen Sie über den Menschen, nicht über die Umstände, und vermeiden Sie jedes Werturteil.
Hat jemand ein Kind verloren, gibt es keine Worte, die das fassen — und Sie müssen auch keine finden. Sagen Sie nicht „Ich verstehe", denn das kann niemand, der es nicht erlebt hat. Sagen Sie, was wahr ist: dass Sie an die Familie denken und für sie da sind. In all diesen Fällen gilt: Ein ehrliches, schlichtes Wort ist tausendmal mehr wert als ein gut klingender Satz, der danebenliegt.
Die Übersicht zum Thema bietet Beileid ausdrücken. Suchen Sie konkrete, fertige Texte, finden Sie diese unter Trauerkarte-Formulierungen. Und wenn Sie bei der Trauerfeier sprechen möchten, hilft der Ratgeber Trauerrede schreiben.
Wenn die Worte nicht kommen wollen
Sie geben an, an wen sich Ihr Text richtet und was Sie mit der verstorbenen Person verbindet — Abschiedsworte formuliert daraus eine aufrichtige Beileidsbekundung ohne Floskeln, für Karte oder Brief. 5 Überarbeitungen inklusive. Ab 4,90 €.
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