Rede schreiben
Die komplette Anleitung in sechs ruhigen Schritten.
Die richtige Länge
Die häufigste Sorge vor einer Rede ist nicht, zu wenig zu sagen, sondern zu lang zu werden. Bei einer Kommunion gilt das doppelt: Ein neunjähriges Kind und hungrige Gäste haben kein endloses Sitzfleisch. Hier finden Sie klare Richtwerte — und einen guten Grund, sich kurz zu fassen.
Für eine Kommunionsrede beim Festessen sind drei bis vier Minuten ideal. Das klingt wenig, ist aber genug für einen warmen Einstieg, eine kleine Geschichte über das Kind, einen guten Wunsch und einen fröhlichen Toast. Mehr braucht es nicht — und mehr hält die Aufmerksamkeit der Gäste, vor allem der jüngeren, auch nicht.
Wer als Pate oder Großeltern spricht und sich besonders verbunden fühlt, darf auch einmal fünf Minuten nehmen. Aber: Über fünf Minuten sollte kaum eine Kommunionsrede gehen. Der Tag gehört dem Kind, nicht der Rede.
Beim ruhigen, deutlichen Sprechen schaffen die meisten Menschen etwa 110 bis 130 Wörter pro Minute. Damit lässt sich die Länge gut planen:
Zwei Minuten entsprechen rund 220 bis 260 Wörtern — eine kurze, knappe Rede. Drei Minuten sind etwa 330 bis 390 Wörter — die typische, runde Kommunionsrede. Vier Minuten liegen bei rund 440 bis 520 Wörtern — schon eine ausführlichere Ansprache. Fünf Minuten bedeuten rund 550 bis 650 Wörter und sind die Obergrenze für diesen Anlass.
Rechnen Sie lieber etwas großzügiger: Vor Publikum spricht man oft schneller als gedacht — und legt Pausen ein, lacht, atmet. Eine Rede von 400 Wörtern dauert in der Praxis gut und gern drei bis vier Minuten.
Eine kurze Rede zwingt Sie, das Wichtigste zu wählen — und genau das macht sie stark. Wer alles sagen will, sagt am Ende nichts richtig. Zwei gut erzählte Geschichten bleiben hängen, zehn aufgezählte verfliegen. Außerdem entspannt Kürze den Vortrag: Eine Rede, die Sie locker in vier Minuten halten, sprechen Sie ruhiger und sicherer als ein langes Manuskript, bei dem Sie ständig auf die Uhr schielen.
Und nicht zuletzt: Ein neunjähriges Kind im Mittelpunkt freut sich über warme Worte, wird aber bei einer langen Rede schnell unruhig. Kurz, herzlich und auf den Punkt — so bleibt der schöne Moment ein schöner Moment.
Verlassen Sie sich nicht auf die Wortzählung allein. Lesen Sie die fertige Rede laut vor, mit einer Uhr daneben — am besten zwei- oder dreimal. Dabei merken Sie nicht nur, ob die Zeit passt, sondern auch, wo Sätze holpern oder zu viel des Guten ist. Streichen Sie beherzt: Was beim lauten Lesen nichts hinzufügt, fehlt auch im Vortrag nicht.
Die Eltern halten meist die zentrale Rede — drei bis vier Minuten sind hier genau richtig. Paten und Großeltern sagen oft etwas kürzer Hallo, mit ein, zwei persönlichen Sätzen. Und wenn mehrere sprechen, gilt erst recht: jeder kurz, sonst wird der Festtag zur Reden-Reihe. Hinweise dazu finden Sie auf den Seiten zur Elternrede, als Pate oder für die Großeltern. Wer es besonders knapp mag, findet Anregungen unter kurze Kommunionsrede.
Wie Sie den verfügbaren Platz sinnvoll auf die einzelnen Teile verteilen, lesen Sie im Ratgeber Der Aufbau einer Kommunionsrede, und die komplette Vorgehensweise im Ratgeber Kommunionsrede schreiben.
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Einstieg, Geschichte, Wunsch, Toast — was gehört wohin?
Was Mutter und Vater am Festtag sagen können.