Die richtige Länge
Richtwerte für Ausstand, Feier und Ruhestand.
Kurz & gut
Beim Ausstand am letzten Arbeitstag braucht niemand ein Festprogramm. Ein Kuchen, ein Sekt, ein paar warme Worte — fertig. Genau dafür ist dieser Ratgeber: ein Bauplan für zwei Minuten, der alles Wesentliche unterbringt und niemanden ungeduldig werden lässt. Denn die kürzeste Rede ist oft die, an die man sich erinnert.
Zwei Minuten sind rund 250 bis 300 gesprochene Wörter. Das klingt wenig, reicht aber für einen echten Moment, wenn jeder Satz sitzt. Die Kürze zwingt zur Auswahl: Sie nennen nicht alles, sondern das Eine, das diese Person ausmacht. Das macht die Rede stärker, nicht schwächer.
Eine kurze Ausstandsrede braucht nur vier Bausteine. Mehr verwässert, weniger wirkt unfertig.
So sieht der Bauplan ausformuliert aus — etwa 130 Wörter, gut eine Minute, beim Stehtisch sofort einsetzbar:
„Liebe Runde, wir wollen Tobias heute nicht einfach so gehen lassen. Acht Jahre lang war er der Mann, den man morgens um halb acht schon am Rechner fand — meistens mit einem Spruch, der den ganzen Tag rettete. Tobias, danke für deine ruhige Hand, wenn es bei uns mal wieder brannte, und dafür, dass du nie zu beschäftigt warst, um kurz zu helfen. Wir lassen dich ungern ziehen, aber wir freuen uns für dich. Auf die neue Stelle, auf den kürzeren Arbeitsweg — und darauf, dass du uns nicht ganz vergisst. Alles Gute, Tobias."
Gerade bei der kurzen Rede entscheidet der erste Satz, ob die Runde zuhört. Sparen Sie sich das umständliche „Tja, dann will ich auch mal …" — steigen Sie direkt mit einem konkreten Bild ein. „Wenn ich an Tobias denke, denke ich an den Geruch von frischem Kaffee um halb acht" holt den Raum in einem Satz ab. Solche kleinen, sinnlichen Anfänge funktionieren, weil sie sofort eine Szene öffnen, statt eine Ankündigung zu machen. Und sie nehmen Ihnen die Nervosität: Wer mit einem klaren Bild beginnt, muss nicht erst nach Worten suchen.
Werden Sie ohne Vorwarnung gebeten, „auch noch kurz etwas zu sagen", greifen Sie auf denselben Bauplan zurück — er funktioniert auch im Kopf: Anlass, ein Bild, Dank, Wunsch. Atmen Sie einmal durch, nennen Sie den Namen, erzählen Sie die erste konkrete Erinnerung, die Ihnen einfällt, danken Sie und wünschen Sie Gutes. Vier kurze Sätze sind besser als ein langes Drumherumreden.
Es klingt paradox, stimmt aber: Eine zehnminütige Rede verzeiht Längen, Wiederholung, einen schwachen Satz — es kommt schon noch ein guter. Bei zwei Minuten zählt jeder Satz doppelt. Deshalb lohnt es sich, die kurze Rede genauso ernst zu nehmen wie eine große: einmal aufschreiben, einmal laut lesen, alles streichen, was nicht trägt. Was übrig bleibt, sitzt dann auch.
Eine so kurze Rede sollten Sie fast frei halten können. Schreiben Sie sich nur die vier Anker auf einen Zettel — Anlass, Bild, Dank, Wunsch — und sprechen Sie den Rest in die Runde. Beim Ausstand wirkt das viel persönlicher als ein abgelesener Text. Den Namen der Person und den Schlusssatz sollten Sie fest im Kopf haben; alles dazwischen darf in Ihren eigenen Worten kommen, auch wenn es nicht ganz so glatt ist wie auf dem Papier. Genau das macht es echt.
Steht eine größere Feier an statt eines kurzen Ausstands, lesen Sie weiter im Ratgeber Wie lang sollte eine Abschiedsrede sein? und in der Ruhestand-Checkliste.
Auch in Kürze persönlich
Wählen Sie die kurze Länge, geben Sie ein, zwei Erinnerungen ein — Dankesworte formuliert daraus eine knackige Ausstandsrede, die in zwei Minuten passt. 5 Überarbeitungen inklusive. Ab 4,90 €.
Einmalige Zahlung · Credits verfallen nicht · Sichere Abwicklung über Stripe
Weiterlesen
Richtwerte für Ausstand, Feier und Ruhestand.
Die vier Teile auch für längere Reden.
Wenn Sie selbst beim Ausstand sprechen.